Kapitel 92 - Neun Prozent

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Die roten Drohnen, die aus der Rüstung von Nitechore hervorkamen, summten leise durch die Luft. Ihre Linsen blitzten auf, als sie kreisförmig um ihn herum Positionen einnahmen und begannen, Daten in alle Richtungen zu sammeln. Jeder Schimmer, jede Bewegung und jede Vibration des Bodens wurde aufgezeichnet und in Echtzeit in sein HUD eingespeist. Vor seinen Augen rollten kalte, digitale Zahlen herab: Wahrscheinlichkeitskurven, Berechnungen, Szenarien. Drei Prozent. Mehr nicht. So gering war die Chance, diesen Kampf lebend, geschweige denn siegreich, zu überstehen. Samuel verharrte einen Moment lang, sein Atem ging schwerer. Drei Prozent bedeuteten nicht den Tod, sondern eine winzige Öffnung, einen Spalt, durch den er hindurchbrechen konnte, wenn er bereit war, alles zu riskieren. Sein Herz schlug dumpf gegen die Brustplatten.

Vor ihm stand Sivaz, reglos wie ein Raubtier, das auf den perfekten Moment zum Zuschlagen wartete. Er bewegte sich kaum, doch seine Präsenz lastete schwer wie eine unsichtbare Klinge auf Samuels Nacken. Samuel zwang seine Finger, die Handschuhe fester zu umschließen, und aktivierte sein Synect. Das Menü entfaltete sich holographisch vor ihm. Schimmernde Fenster und Optionen schwebten wie gläserne Tafeln im Raum. Er scrollte schnell, zu schnell, und wusste, dass er dabei riskierte, durch unnötige Verzögerungen ins Straucheln zu geraten. „Das muss ich besser machen“, dachte er, während sein Daumen gehetzt durch die Leisten glitt. „Wenn ich hier überleben will, darf ich mir kein einziges Zögern leisten. Alles muss optimiert werden. Alles.“

Er wählte den Berserk-Modus. Sofort antwortete die Rüstung. Ein tiefes, metallisches Grollen durchlief das Exoskelett, als wäre es ein lebendiges Wesen, das aus dem Schlaf gerissen wurde. Die angedeuteten Hörner, die bisher nach oben gerichtet waren, drehten sich knirschend nach vorne. Dadurch erhielt sein Helm eine bedrohliche Silhouette. Ein holographisches Schild glitt über sein Gesichtsfeld und bildete ein Dämonengesicht, verzerrte kurz die Welt vor seinen Augen, bis die Sicht klarer und zugleich schärfer wurde.

Er spürte, wie sich sein Anzug veränderte. Die Anzeigen bestätigten es: höhere Agilität, schnelleres Reaktionsvermögen, verbesserte Beweglichkeit. Doch die Schlagkraft sank – seine Treffer würden weniger durchschlagend sein. Ein Tauschgeschäft. Beweglichkeit gegen rohe Gewalt. Samuel presste die Zähne aufeinander. „Dann eben Geschwindigkeit statt Stärke. Besser tanzen als sterben.“

Die Prozentanzeige aktualisierte sich. Sie sprang von drei auf neun. Es war kein Triumph, aber ein Zuwachs, der ihm die Illusion gab, den Abgrund ein kleines Stück zurückgedrängt zu haben. Neun Prozent waren immer noch erbärmlich, aber es war Hoffnung. Hoffnung in Zahlen gegossen. Er atmete tief ein und wieder langsam aus. Der Nebel seiner Atemzüge beschlug für einige Sekunden den inneren Helm. Er erinnerte sich an die Gesichter derer, die ihm vertraut und an ihn geglaubt hatten. Er wusste, dass er keine Wahl hatte. Auch neun Prozent mussten reichen.

Mit einem kurzen, unmerklichen Nicken nahm er die neue Realität an. „Es ist besser als nichts“, dachte Samuel, doch in seiner Brust brannte der Wille, es zu etwas Größerem zu machen.

„Terraner und ihre Spielzeuge …“ Sivaz' Stimme hallte wie ein Spottgesang durch den Raum, metallisch und doch sirenenhaft, getragen von einem Hauch grausamer Belustigung. Ein kehliges Lachen folgte, dunkel und vibrierend, als würde es aus mehreren Kehlen zugleich kommen.

Vor ihm begann sich ihr Körper zu verändern. Ihre Tentakel, die bisher noch träge wie Schlangen in der Luft geschwebt hatten, erhoben sich, als wären sie selbst lebendige Wesen. Sie zitterten, pulsierten, schlängelten sich übereinander und begannen schließlich zu lodern. Es war kein echtes Feuer, aber sie waberten wie Flammen und verschlangen den unteren Teil ihres Körpers, während sie ihn gleichzeitig neu erschaffen. Glühende Risse zogen sich über ihre Haut.

Samuel spürte, wie sich die Luft veränderte. Hitze schlug ihm entgegen, obwohl kein Feuer brannte. Es war, als hätte sich die Atmosphäre selbst gegen ihn verschworen. Sivaz spannte sich an und schoss im nächsten Augenblick wie ein Geschoss aus Fleisch und Energie nach vorne. Ihre zuckenden Tentakeln peitschten wie die lodernden Strahlen einer Rakete durch den Raum.

„Verdammt!“ Samuel hatte nur den Bruchteil einer Sekunde Zeit zu reagieren. Sein Synect piepste Warnungen, rote Linien zeichneten Flugbahnen in sein Sichtfeld, doch sein Instinkt war schneller als jede Berechnung. Er stieß sich zur Seite ab und spürte, wie die hydraulische Verstärkung seines Anzugs bis an ihre Grenzen belastet wurde. Seine Muskeln brannten, als er sich in letzter Sekunde aus der direkten Flugbahn katapultierte.

Der Einschlag erschütterte die Erde. Mit ohrenbetäubendem Krachen rammte Sivaz den Boden, als wäre sie eine vom Himmel gefallene Katastrophe. Stein splitterte, Metall kreischte, als der Untergrund nachgab. Ein Schwall aus Staub und Geröll erhob sich wie eine graue Explosion und nahm Samuel sofort die Sicht. Der Schock ließ seinen Helm vibrieren, als hätte ein Hammerschlag direkt gegen sein Visier geprallt. Blind stolperte er einige Schritte zurück, die Waffe erhoben. Sein Herz pochte wie ein Rammbock in seiner Brust.

„Wo ist sie …?“, fragte er. Seine Augen irrten durch den dichten Schleier aus Staub, während sein Atem in kurzen, stoßhaften Zügen durch den Filter hallte. Das HUD blinkte und versuchte, eine Kontur zu erfassen, doch alles verschwamm.

Mit jeder Sekunde wurde der Einschlagsort klarer. Der Staub sank in trägen Spiralen zu Boden und dort, genau in der Mitte, zeichnete sich ein gigantischer Krater ab. Tief und gezackt wie die Narbe einer uralten Schlacht klaffte er im Boden. Samuel hielt den Blick starr darauf gerichtet, während das Zittern in den Steinen unter seinen Stiefeln langsam abklang. Ein Schauer lief ihm über den Rücken, als er eine Bewegung erkannte. Zuerst krochen dunkle, geschmeidige Tentakel aus dem Krater hervor und wanden sich wie der erste Atemzug einer uralten Bestie. Dann trat sie heraus. Sivaz, unversehrt, beinah erhaben. Staub klebte an ihren Flanken, doch er machte sie nur noch bedrohlicher, als hätte sie sich aus der Asche neu geformt.

Die Wolke umhüllte sie noch halb, ihre Silhouette schimmerte im Restlicht.

Sein Atem stockte. Der Moment dehnte sich, Sekunden wurden zu Ewigkeiten. Er wusste: Dies war kein Zufall. Sivaz spielte mit ihm. Sie wollte, dass er ihre Stärke sah. Sie wollte, dass er spürte, wie klein er war.

Plötzlich flackerte sein Sichtfeld und ein grelles Signal riss ihn aus seiner tödlichen Konzentration auf Sivaz. Das Synect schaltete sich selbstständig in den Vordergrund und eine vertraute Stimme drang durch den Rausch seiner eigenen Atemzüge.

„Nite! Wir sind dann auch angekommen“, hörte er Barnowl sagen. Trotz der verzerrten Übertragung strahlte ihre Stimme eine gewisse Lockerheit aus, als wäre die Lage nur ein weiterer Einsatz, ein weiteres Gefecht unter vielen.

„Haltet euch zurück! Helft den Polizisten!”, erwiderte Nitechore sofort, seine Stimme gepresst und hart. Der Kampf hatte ihm keine Zeit zum Nachdenken gelassen, sondern nur Platz für Befehle und Instinkt.

„Ja, hier greifen viele Triklin an“, mischte sich Tavin wie immer monoton ein, während im Hintergrund das Chaos tobte. Schüsse, Schreie, das metallische Dröhnen von Maschinen – es war offensichtlich, dass die Stadt in Flammen stand.

„Dann kümmert euch um das Kleinvieh“, sagte Nitechore, und seine Stimme klang kälter und entschlossener, als er sich fühlte. „Ich kümmere mich um die Dame hier.“

Doch genau in diesem Moment geschah es.

Etwas packte ihn am Hals, so schnell, dass er kaum registrieren konnte, wie. Eine Kralle, eine Hand, ein Griff, der sich wie ein Schraubstock um seine Kehle legte. Bevor er reagieren konnte, hob sie ihn empor. Der Boden verschwand unter seinen Füßen, seine Beine baumelten in der Luft und strampelten ins Leere. Sein Anzug piepste hektisch, und rote Anzeigen blinkten über das gesamte HUD. Sauerstoffversorgung kritisch. Druck auf Luftröhre. Die Panikwerte stiegen in den roten Bereich.

„Terraner …“ Sivaz' Stimme schnitt durch die Luft wie ein Dolch aus Eis. Näher, greller und vibrierender als zuvor. Sie hallte in seinem Schädel, hysterisch und schrill, doch dahinter lauerte eine grausame Klarheit. „Meinst du wirklich, es ist klug zu glauben, dass du eine Chance hast?“ Ihre Augen, die nun durch die Risse der Staubwolke sichtbar waren, glühten in einem fast schon giftig wirkenden Gelb.

Samuel griff nach ihren Armen, seine Finger krallten sich in die zähe, widerwärtig feste Struktur ihrer Haut. Die metallverstärkten Servos in seinen Handschuhen quietschten vor Anstrengung, als er versuchte, diesen mörderischen Griff zu lösen. Vergeblich. Ihre Stärke überstieg jede bekannte Norm, jedes Datenblatt, jede Berechnung. Er konnte nichts ausrichten. Nichts.

Sein Brustkorb zog sich zusammen, die Luft wurde knapp. Er atmete stoßweise und heiser, sein Herz pochte verzweifelt gegen die Innenwände seines Körpers, als wolle es fliehen. Rote Warnsymbole füllten sein Visier, ein Countdown blinkte. Sauerstoffmangel, Bewusstlosigkeit drohte.

„I… ch…“ Seine Stimme kam nur noch in Fetzen heraus, ein gebrochenes Stöhnen, während sein Blick verschwamm. „Ich habe … ganze neun Prozent.“

Er sagte es, weil er wusste, dass Schweigen schlimmer wäre.

Der Griff von Sivaz blieb unerbittlich, doch für einen Augenblick verzog sich ihr Gesicht. Ihre hysterische Miene zuckte und wandelte sich in ein groteskes Grinsen. Ein Laut, halb Gelächter, halb Knurren, entwich ihrer Kehle. „Neun Prozent ...? Wie süß. Du rechnest also noch.“

Samuel rang um Atem. Die Dunkelheit begann sich von den Rändern seines Blickfelds ins Zentrum zu fressen. Doch ein Rest seines Willens klammerte sich an die Anzeige, an den Gedanken, dass Menschen starben, wenn er hier fiel. Sivaz hielt inne. Ihre Tentakel zogen sich zusammen wie ein pulsierendes Netz aus lebendigem Feuer, während sie Nitechore mit nur einer Hand weiter über dem Boden festhielt. Dann, ohne Vorwarnung, schoss sie nach oben.

Die Geschwindigkeit war unmenschlich. Sein Magen drehte sich, und die Schwerkraft presste ihn in die unbarmherzige Umklammerung ihrer Hand. Es war, als würde er in eine Rakete geschnallt, ohne Kontrolle und ohne Schutz vor der Gewalt der Beschleunigung. Die Stadt unter ihm verschwamm: Die Lichter, die Gassen, die Türme – alles zog in einem Strom aus verzerrten Linien an ihm vorbei. Er konnte kaum blinzeln, seine Augen tränten, während der Druck auf seine Brust zunahm. Samuel spürte, wie seine Atemzüge immer kürzer wurden und die Luft sich weigerte, seine Lungen zu füllen. Die immer dünner werdende Atmosphäre schnitt sich wie Glas in seine Kehle. Er wusste, dass sie viel zu hoch stiegen, höher, als sein Anzug in diesem Zustand verkraften konnte. Die Anzeigen flackerten hektisch über sein Visier: „Temperatur fällt rapide.” Sauerstoffversorgung kritisch. Energiesysteme instabil.

Dann, mit einem Schlag, erkannte er, wie hoch sie waren. Direkt neben ihm befand sich das gigantische Shenth-Schiff. Nitechore hörte das metallische Summen seiner Triebwerke, sah die gewaltigen Symbole auf seiner Hülle und spürte den Schatten, den dieses Ungetüm auf ihn warf.

Und doch hielt Sivaz ihn wie eine Trophäe, wie einen Beweis ihrer Überlegenheit. Dann spürte er die Kälte. Erst wie ein Nadelstich auf seiner Haut, dann wie eine Flut, die sich durch jede Pore seines Körpers fraß. Sein Anzug fror ein. Seine Bewegungen wurden träge, die Servomotoren knirschten und die Warnmeldungen häuften sich, bis das Display fast nur noch rot pulsierte. Seine Muskeln schmerzten, weil der Anzug sie blockierte. Sein Herz raste, doch sein Körper gehorchte ihm kaum noch.

Ohne Vorwarnung ließ Sivaz los.

Plötzlich fiel er.

Die Welt kippte, die Orientierung entglitt ihm. Sein Körper war wie gelähmt, gefangen in einer Rüstung, die nicht mehr auf seine Befehle reagierte. Ein Luftzug riss an ihm, pfiff wie ein heiserer Schrei an seinen Ohren vorbei. Sein Brustkorb brannte, weil keine Luft hineinkam. Die Kälte hatte ihn betäubt, sein Atem gefror zu Eiskristallen.

Er sah hinunter und sah Terra. Groß, allumfassend, wunderschön und gnadenlos. Die Erde füllte sein Visier und er begriff, dass sein Schicksal unausweichlich war. Die Wolkendecke öffnete sich, er rauschte hindurch und die Skyline der Stadt kam zum Vorschein. Türme ragten wie Speere gen Himmel, als wollten sie ihn empfangen. Die Wolkenkratzer wurden größer, klarer und bedrohlicher. Der Boden kam mit jeder Sekunde näher. Er merkte, wie nach und nach Bauteile seines Anzugs abrissen und ihn verließen.

Die Systeme seines Anzugs meldeten einen Totalausfall nach dem anderen: Energieversorgung kritisch, Kühlkreisläufe defekt, Synect reagiert nicht. Seine Finger bewegten sich kaum noch. Er war machtlos.

Dann begann eine Diashow, ein groteskes Karussell aus Bildern. Sein Bewusstsein taumelte zwischen Klarheit und Dunkelheit. Für Sekunden fühlte es sich an, als würde er nicht mehr fallen, sondern seitlich schweben, als wäre er von einer unsichtbaren Strömung erfasst worden. Farben lösten sich auf, Lichtpunkte zogen Streifen und er verlor vollkommen die Orientierung. Die Grenze zwischen Himmel und Erde zerfloss. Er wusste nicht mehr, ob er fiel, schwebte oder bereits starb. Nur eines wusste er: Der Aufprall würde ihn endgültig zerbrechen, wenn nicht etwas oder jemand ihn vorher rettete.

Dann kniete er auf dem Boden, die Knie schwer wie Blei, als hätten sie sich in den Stein gebohrt. Seine Atmung überschlug sich, und er schnappte wild und unkontrolliert nach Sauerstoff. Sein Brustkorb hob und senkte sich in einem irrwitzigen Rhythmus: zu schnell, zu tief, zu ungleichmäßig. Schweiß sammelte sich auf seiner Stirn und rann unter den Rändern des Helms hervor, obwohl sein Körper im Inneren des Anzugs noch immer von Kälte durchzogen war.

Es war, als hätte sein Herz beschlossen, ihm zu entgleiten: ein wildes, ungeordnetes Schlagen, das seine Brust fast zu zerreißen drohte. Panik griff mit kalten Fingern nach seiner Kehle und die Erinnerungen an den endlosen Fall brannten immer noch in seinen Gedanken. Er fühlte sich klein und hilflos, wie ein Mann, der nur knapp dem sicheren Tod entkommen war.

„Beruhige dich, Nitechore.“

Die Stimme schnitt durch den Nebel in seinem Kopf wie eine klare Klinge. Samuel riss die Augen auf, die Pupillen weit. Sein Blick fiel auf eine Gestalt, die vor ihm stand.

Der Mann hatte graue Haut, die weder aschgrau noch bleich war, sondern auf eine fremdartige Weise schimmerte, als wäre sein Körper aus Schatten geformt und von den Abgründen der Welt genährt. Die Konturen seines Gesichts wirkten scharf und doch ungreifbar. Seine Augen, die wie schwarze Spiegel funkelten, hielten ihn fest. Er wirkte weder feindlich noch freundlich, sondern wie eine Verkörperung reiner Neutralität – ein Wesen, das weder Leben noch Tod fürchtete.

„Wer … wer bist du?“, fragte Samuel. Samuels Stimme klang brüchig, kaum mehr als ein Keuchen, das seine Panik nicht verbergen konnte.

Der Mann kniete sich langsam und bedächtig nieder, bis ihre Augenhöhe gleich war. Er bewegte sich mit einer Ruhe, die im absoluten Gegensatz zu Samuels flackernder Panik stand.

„Ich bin …“ Der Mann machte eine lange Pause. Sekunden dehnten sich zu Minuten, während er Samuel unbewegt ansah. Schließlich sprach er weiter, mit einer Stimme, die sich anfühlte, als hallte sie nicht im Raum, sondern in Samuels Kopf. „Nenne mich Void. Atlon schickt mich.“ Atlon. Allein der Name seines Kameraden brachte ein winziges Stück Sicherheit zurück in Samuels Herz.

Nitechore nickte schwach, kaum fähig, mehr zu tun. Doch sein Körper gab auf. Die Panik, die Erschöpfung und der Sturz brachen in diesem Moment über ihn herein. Er kippte zur Seite, sein Helm schlug dumpf gegen den Boden. Die Welt wurde dunkel, Stimmen entfernten sich, bis nur noch ein Summen in seinen Ohren blieb.

Als er langsam zu sich kam, waren Minuten, vielleicht auch Stunden vergangen. Die Systeme seines Anzugs blinkten schwach, flackernde Anzeigen warfen ein bläuliches Licht in sein Visier. Er blinzelte und sah die Daten, die nüchtern und erbarmungslos vor ihm aufleuchteten: Beschädigung: 77 %. Er atmete tief ein und zwang sich zur Konzentration. Die Übersicht seiner Ausrüstung erschien und die Wahrheit schnitt härter als jede Waffe: Nur ein Gadget war noch funktionsfähig. Nur eines.

Der Enterhaken.

Ein einsamer Rest von all dem, was Nitechore einst ausmachte.


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